Ein Leben
auf Umwegen

Wolfgang Zinns Heimat ist Beuthen, früher die östlichste deutsche Grenzstadt. Während heute viele Menschen davon träumen, Reisen zum Beruf zu machen, trieben Wolfgang im Laufe der Zeit Umsiedlung, Studium und Beruf unfreiwillig 1000 km quer durch Deutschland bis zur westlichsten Stadt: Aachen.

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Wolfgang Zinn (1926)

Caritas Seniorenzentrum St. Thekla, Würzburg

Wolfgang Zinn wurde in Oberschlesien geboren, als Beuthen noch zu Deutschland gehörte. Er wurde mit 17 Jahren als einziger seiner Klasse einberufen und verbrachte den Großteil der Kriegszeit in einem Lazarett, in dem er sich die meisten Handgriffe selbst beibrachte. Er ist froh, dass die Wehrpflicht heutzutage abgeschafft ist. Auch er hätte gerne die Wahl gehabt.

 

Nach Kriegsende kehrte er zu seinen Eltern nach Beuthen zurück, die er jedoch schon bald für seine Ausbildung zum Lehrer verließ. Von da an reiste er einmal quer durch Deutschland:

Von Görlitz nach Dresden, ins Rheingau bis nach Königstein im Taunus, wo er als Referendar arbeitete, und schließlich Aachen, wo er in der ältesten Schule der Stadt, dem Kaiser-Karls-Gymnasium, Lehrer für Latein und Religion war. Diese Fächerwahl stellte für Wolfgang Zinn einen Akt geistiger Befreiung dar, nachdem er in einem totalitären Regime, das humanistische Bildung untersagte, aufgewachsen war.

 

Im Laufe seines Lebens änderte sich für Wolfgang Zinn alles: Landesgrenzen, Weltanschauungen, Politik, Krieg und Frieden. Rückblickend ist er sich sicher: "Die Menschen heute haben großes Glück, dass wir keinen Krieg mehr haben. Hoffentlich bleibt es so!"

vorsprungdurchfalten.de ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Caritasverband für die Diözese Würzburg und atelier zudem.