Lebe, wie du,
wenn du stirbst,
wünschen wirst,
gelebt zu haben

Tatjana Janecek-Batizkaja ist zufrieden und hat sich damit abgefunden, dass sie kaum mehr sehen und schreiben kann. Um geistig fit zu bleiben, sagt sie jeden Tag drei Gedichte auf, die sie selbst kreiert hat.

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Tatjana Janecek-Batizkaja (1923)

Caritas Haus Bürgerspital, Volkach

Ihren Gehstock benutzt Tatjana Janecek-Batizkaja nicht nur als Schutz, damit sie nicht fällt. Das Mitbringsel aus Moskau, wo ihre Tochter als Reiseleiterin weilte, erinnert sie an ihre Tante, die stets wie ein Dandy gekleidet und mit einem Gehstock herausgeputzt war.

Geboren im Kaukasus, reiste Tatjana Janecek-Batizkaja schon als Kind quer durch Russland, da ihr Vater im Schiffsbau tätig war. Obwohl sie während des Kriegs alleine auf die Krim flüchten musste, von wo sie sich über die Ukraine bis nach Deutschland durchschlug, schwärmt sie noch heute von ihrer Heimat. Sie widmete ihr sogar ein wortgewaltiges Epos, das sie selbst gedichtet hat und sich regelmäßig laut aufsagt, da sie nicht mehr gut sieht, es aber nicht vergessen möchte.

 

Nach dem Krieg arbeitete Tatjana Janecek-Batizkaja für verschiedene Familien und Fabriken und verkaufte nebenbei selbstgemalte Aquarelle in einem Zigarrengeschäft. Ihr zweiter Ehemann war Bühnenbildner in Würzburg, und weil sie immer schon kreativ war, arbeitete sie später gemeinsam mit ihm im Theater und dekorierte die Faschingssäle in Veitshöchheim. Mittlerweile hat sie das Malen aufgegeben und widmet sich nur noch dem Zeichnen. Einige ihrer eindrucksvollen Gemälde zieren jetzt die Wände im Volkacher Bürgerspital.

vorsprungdurchfalten.de ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Caritasverband für die Diözese Würzburg und atelier zudem.