Kann mir 
eine Wahl 
nicht vorstellen

Jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland befürwortet einen Sechs-Stunden-Tag.           Darüber kann Norbert Molitor nur lachen. Sein Arbeitstag startete um 4 Uhr in der Bäckerei und endete spätabends in seinen Weinbergen. Seine Kinder haben sich für andere Lebenswege entschieden.

#nachfolgersuche #worklifebalance

#generationenwechsel #stressabbau #privatleben

Norbert Molitor (1938)

Caritas Haus Bürgerspital, Volkach

Für Norbert Molitor stellte sich nie die Frage, was er einmal werden will: Nach Bäckerlehre und Meisterprüfung übernahm er wie seine Großeltern und Eltern den Mischbetrieb der Familie in Sommerach. Das bedeutete, ab 4 Uhr morgens erst in der Backstube zu stehen und bis zum späten Abend den Aufgaben eines Winzers nachzugehen. Von geregelten Arbeitszeiten konnte er nur träumen. Glücklicherweise unterstützte ihn seine Ehefrau und leitete das Ladengeschäft.

 

Über die reiche Auswahl, aus der die Kunden heutzutage beim Bäcker wählen können, freut sich Norbert Molitor. Als er noch jung war, gab es nur zwei Bäckereien in Sommerach, und das Experimentieren mit verschiedenen Brotsorten stand noch ganz am Anfang. "In der Bibel heißt es: Unser tägliches Brot gib uns heute. Aber ein wenig Abwechslung ist sicher nicht verkehrt dabei!"

Heute befindet sich der Betrieb nicht mehr in Familienbesitz, was Norbert Molitor traurig stimmt. Dennoch wollte er seinen Kindern die Wahl lassen, diese erlernten aber andere Berufe als das anstrengende Handwerk. Vor einem Jahr zwang ihn ein Autounfall in die Rente. Er hätte lieber selbst entschieden, wann es Zeit ist aufzuhören, hat sich damit aber abgefunden.

vorsprungdurchfalten.de ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Caritasverband für die Diözese Würzburg und atelier zudem.