Alte Werte modern
beleben

Die globale Textilindustrie hat mit Massenproduktionen eine Überflussgesellschaft geschaffen, in der Wegwerfkleidung billiger ist, als Altes zu reparieren. Karin Krämer wünscht sich den fairen Kaufmann, Qualität und anständige Produktionsbedingungen zurück.

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Karin Krämer (1937)

Caritas Haus Bürgerspital, Volkach

"Ein sparsamer Mensch trägt seine Kleidung auf und flickt sie, wenn sie repariert oder geändert werden muss", meint Karin Krämer. Ihre Eltern fertigten Krawatten in Krefeld, und auch sie zog es nach der Ausbildung zur Kauffrau in die Bekleidungsindustrie. Nach ihrer Hochzeit 1964 führte sie mit ihrem Mann lange Zeit ein Fachgeschäft für Berufs- und Sportbekleidung in der Spitalstraße in Volkach.

Damals konnte sie mit einem Blick einschätzen, welche Kleidergröße ein Kunde brauchte. Außerdem wusste sie, wo die Kleidungsstücke produziert wurden, und dank qualitativer Materialien hielten diese auch viel länger als heute.

Karin Krämer macht besonders die Anonymität des Internets für den vorherrschenden Rückgabewahn verantwortlich. Es ärgerte sie schon früher, wenn Kunden sich im Geschäft beraten ließen und Kleidung anprobierten, sie dann aber billiger im Outlet - oder heute im Internet - kauften.

 

Karin Krämer ist froh, dass sie in Rente gegangen ist, als der Einzelhandel noch die Oberhand hatte. Sie bedauert, dass wir heute in einer Wegwerfgesellschaft leben und es kaum etwas gibt, das nicht in Plastik verpackt wird. Sie wünscht sich, dass wir zu alten Werten zurückfinden.

vorsprungdurchfalten.de ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Caritasverband für die Diözese Würzburg und atelier zudem.