Onlineversandhändler wie Amazon und große Supermärkte verdrängen den Einzelhandel. Gute Spezialgeschäfte haben es heute deshalb schwer, meint Emma Steck. Als sie noch Raumausstatterin war, zählte in der Geschäftswelt noch persönliche Fachberatung.

Der Kunde ist König

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Emma Steck (1935)

Caritas Haus St. Elisabeth, Kitzingen

Als Emma Steck noch ein junges Mädchen war, fand sie ihren Vornamen furchtbar, weil ihn damals niemand trug. Geboren in Homburg am Main, zog sie mit ihrem Mann nach der Hochzeit 1959 nach Kitzingen. Gemeinsam führten sie dort eines von drei Fachgeschäften für Raumausstattung. Teppiche, Tapeten und Gardinen, aber auch Möbelstücke von den eigenen Handwerkern boten sie an, und das erfolgreich, denn der Einzelhandel florierte und Kunden ließen sich bei der Inneneinrichtung noch fachkundig beraten.

Heute möchte man Möbel erst testen oder gar selbst bauen. Auch verdrängen immer größere Märkte den Einzelhandel in der Innenstadt. "Kleine Geschäfte haben es mittlerweile schwer", meint Emma Steck, "eine freundliche und persönliche Beratung oder ein guter Familienname reichen da nicht mehr."

Doch das Verkaufen hat ihr immer Spaß gemacht, und wäre sie nicht gestürzt, würde sie es vielleicht noch immer tun. Zu vielen Kunden hält sie bis heute Kontakt.

 

Emma Steck und ihr Ehemann waren eines von acht Paaren, die den Kitzinger Tanzclub im Kolosseum ins Leben gerufen und lange Zeit selbst organisiert haben. Der Fußboden und ein Teil der Inneneinrichtung stammten aus ihrem Geschäft - sie stellten es umsonst zur Verfügung.

vorsprungdurchfalten.de ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Caritasverband für die Diözese Würzburg und atelier zudem.